Ukraine und Moldau: Ungarn bremst Cluster 2 und 3 – neuer Anlauf am 1. September
Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau kommen nur stockend voran. Nachdem im Juli in Brüssel das sechste Verhandlungscluster („Außenbeziehungen”) für die Ukraine eröffnet worden war, stockt der weitere Fahrplan: Ein erster Versuch, die Screening-Ergebnisse für die Cluster 2 und 3 freizugeben, scheiterte laut Berichten am 22. Juli 2026 an Ungarn.
Ungarns Vorbehalte
Budapest war den Berichten zufolge nur bereit, grünes Licht für Cluster 3 – und dort ausschließlich für Moldau – zu geben. Für die Ukraine hatte Ungarn zuvor die Cluster 2 bis 6 auf technischer Ebene blockiert und sein Veto zwischenzeitlich nur für Cluster 6 aufgehoben, das am 14. Juli formal eröffnet wurde.
Damit droht erneut eine Entkopplung: Moldau könnte im Verfahren voranschreiten, während die Ukraine ausgebremst wird. Mehrere Mitgliedstaaten lehnen eine solche Entkopplung ab und verweisen auf den strategischen und sicherheitspolitischen Wert einer gemeinsamen Perspektive beider Länder.
Nächster Anlauf am 1. September
Nach einer Sommerpause soll die zuständige Ratsarbeitsgruppe COELA die Screening-Ergebnisse für die Cluster 2 und 3 am 1. September 2026 erneut behandeln – als ersten Tagesordnungspunkt. Wird zugestimmt, ist der formale Weg frei, um die Cluster zu eröffnen. Ob Ungarn diesmal mitgeht, ist offen; neue Zusagen sind bislang nicht bekannt.
Einordnung
Der Beitrittsprozess ist in sechs Cluster mit insgesamt 33 Kapiteln gegliedert. Die Eröffnung eines Clusters ist ein politischer Schritt, der Einstimmigkeit erfordert – weshalb einzelne Mitgliedstaaten wie Ungarn den Fortschritt verzögern können. Für die Ukraine und Moldau bleibt das erklärte Ziel, die Verhandlungen bis 2028 abzuschließen; der stockende Sommer 2026 zeigt jedoch, wie stark der Zeitplan von politischen Blockaden abhängt.
Hinweis: Dies ist ein nicht-amtliches Informationsportal. Angaben zum Verhandlungsstand beruhen auf Medienberichten zum Stand Ende August 2026.
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