Wechselkursmechanismus II (WKM II / ERM II)

Der Wechselkursmechanismus II (WKM II, englisch ERM II) ist das Wechselkurssystem, das EU-Länder vor der Einführung des Euro durchlaufen müssen. Er gilt als „Wartezimmer” der Eurozone.

Funktionsweise

Beim Eintritt in den WKM II wird für die Landeswährung ein Leitkurs zum Euro festgelegt. Um diesen Kurs darf die Währung nur innerhalb einer Bandbreite von grundsätzlich ± 15 % schwanken. In der Praxis halten die Beitrittskandidaten ihre Währung meist deutlich enger am Leitkurs.

Eine Teilnahme von mindestens zwei Jahren ohne starke Spannungen und ohne Abwertung ist eines der Konvergenzkriterien für die Euro-Einführung.

Aktuelle Lage

Nachdem Kroatien (2023) und Bulgarien (2026) den Euro eingeführt und den Mechanismus damit verlassen haben, nimmt aktuell vor allem Dänemark am WKM II teil – allerdings als Sonderfall: Das Land hält über ein Opt-out dauerhaft an der Krone fest und nutzt den engen Wechselkursband (± 2,25 %) zur Stabilisierung, ohne den Euro einführen zu wollen.

Vom WKM II zum Euro

Der Mechanismus ist die letzte Etappe vor der gemeinsamen Währung: Wer ihn zwei Jahre stabil durchläuft und die übrigen Kriterien erfüllt, dem kann der EU-Rat die Einführung des Euro genehmigen.

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