Island lehnt Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche ab
Island bleibt außerhalb der EU: Beim Referendum am 29. August 2026 haben sich 52,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler gegen eine Wiederaufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen ausgesprochen, 47,2 Prozent dafür. Die Beteiligung lag mit 82,5 Prozent deutlich höher als bei den letzten Wahlen. Damit ist auch die Frage einer späteren Euro-Einführung für diese Legislaturperiode erledigt.
Ein knappes, aber klares Nein
Das Ergebnis fiel enger aus, als es der Vorsprung von rund fünf Punkten vermuten lässt: Nur die Hauptstadtregion Reykjavík stimmte mehrheitlich mit Ja, das übrige Land mit Nein. Regierungschefin Kristrún Frostadóttir hatte vor der Abstimmung zugesagt, sich an das Votum zu halten – die Verhandlungen werden in dieser Legislaturperiode nicht weiterverfolgt.
Die Abstimmung entschied nicht über einen Beitritt selbst, sondern nur darüber, ob die seit 2015 ruhenden Gespräche überhaupt wieder aufgenommen werden. Das Nein stoppt diesen Prozess, bevor er begonnen hat.
Die Fischerei als entscheidendes Argument
Als wichtigster Grund für die Ablehnung gilt die Sorge um die Kontrolle über die Fischerei, Islands wichtigsten Exportsektor. Eine EU-Mitgliedschaft würde die nationale Hoheit über die Fanggründe und Fangquoten einschränken – ein Punkt, der in der isländischen Debatte traditionell schwer wiegt.
Was das für den Euro bedeutet
Für Island ändert sich an der Währung nichts: Die Isländische Krone bleibt Landeswährung. Da Island kein EU-Mitglied ist, stellt sich die Frage einer Euro-Einführung ohnehin nicht – dafür wären zunächst ein Beitritt und anschließend die Erfüllung der Konvergenzkriterien samt Teilnahme am Wechselkursmechanismus II nötig.
Über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bleibt Island eng an den EU-Binnenmarkt angebunden und ist Teil des Schengen-Raums. Diese Anbindung ist ein Grund, warum viele Isländer eine formelle Mitgliedschaft als wenig dringlich empfinden.
Hinweis: Dies ist ein nicht-amtliches Informationsportal. Die Ergebniszahlen beruhen auf dem vorläufigen amtlichen Endergebnis des Referendums vom 29. August 2026.
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