EU-Erweiterung · 24. Juni 2026 · Redaktion

Ukraine und Moldau: EU dämpft das Tempo der Beitrittsverhandlungen

Flagge der Ukraine

Wenige Wochen nach dem Durchbruch verlangsamt sich das Verfahren wieder: Die EU will vor der Sommerpause nur zwei statt der ursprünglich geplanten fünf Verhandlungscluster mit der Ukraine und Moldau öffnen. Hintergrund ist der Widerstand der neuen ungarischen Regierung gegen ein zu schnelles Tempo.

Was sich konkret ändert

Anfang Juni wurde das erste Cluster („Fundamentals”) nach zwei Jahren ungarischer Blockade eröffnet. Eigentlich sollten bis Juli alle fünf Cluster folgen. Nun zielt die EU vor der Sommerpause nur noch auf zwei: Cluster 6 (Externe Beziehungen) und Cluster 2 (Binnenmarkt). Die übrigen drei sollen schrittweise später folgen. Bei einem Ministertreffen am 14. Juli in Brüssel könnte das nächste Cluster formal geöffnet werden – sofern Einstimmigkeit erreicht wird.

Ungarn bremst, blockiert aber nicht

Der Schritt ist kein neues Veto. Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar, seit April 2026 im Amt, drängte lediglich darauf, eine Passage aus den EU-Schlussfolgerungen zu streichen, die alle Cluster „so bald wie möglich” in Aussicht gestellt hätte. Man habe „viel aus dem Text entfernt, um jeden Eindruck zu vermeiden, dass nun automatisch alle weiteren Cluster geöffnet würden”, wird Magyar zitiert. Der Vorsitzende des zuständigen Parlamentsausschusses, Márton Hajdu, knüpft Fortschritte zudem an die Rechte der ungarischen Minderheit in der Karpatenukraine.

Einordnung

Der Beitritt bleibt damit ein Verfahren in vielen einstimmigen Einzelschritten – mit Ungarn als wiederkehrendem Taktgeber. Die Euro-Perspektive beider Länder liegt ohnehin weit dahinter; sie setzt zuerst die volle EU-Mitgliedschaft voraus.

Mehr zu beiden Ländern auf unseren Seiten zur Ukraine und zu Moldau.

Redaktioneller Beitrag der Richter & Dyballa Verlagsgesellschaft · Mehr zu unserer Arbeitsweise: Über uns.

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