EU-Erweiterung · 14. Juli 2026 · Redaktion

Vier Beitrittskonferenzen an einem Tag: EU macht mit Montenegro, Albanien, Ukraine und Moldau Tempo

Flagge der Europäischen Union

Am 14. Juli 2026 hat die Europäische Union an einem einzigen Tag vier Beitrittskonferenzen in Brüssel abgehalten – mit Montenegro, Albanien, der Ukraine und Moldau. Die Botschafter der 27 Mitgliedstaaten hatten dafür am 10. Juli grünes Licht gegeben. Es ist der sichtbarste Erweiterungsschub seit der großen Runde von 2004.

Montenegro und Albanien schließen Kapitel

Montenegro, das am weitesten fortgeschrittene Bewerberland, schloss vorläufig zwei weitere Verhandlungskapitel: Wettbewerbspolitik (Kapitel 8) und Zollunion (Kapitel 29). Damit hat das Land nun 18 Kapitel vorläufig abgeschlossen. Die Regierung in Podgorica hält am Ziel fest, alle Kapitel bis Ende 2026 zu schließen und 2028 als 28. Mitglied beizutreten.

Albanien schloss zum ersten Mal überhaupt Kapitel ab – gleich drei: Wissenschaft und Forschung (25), Bildung und Kultur (26) sowie Außenbeziehungen (30). Möglich wurde das, weil Tirana im Mai 2026 die Benchmarks für das grundlegende Cluster 1 („Fundamentals”) erfüllt hat und damit in die abschließende Verhandlungsphase eingetreten ist. Das Land strebt einen Abschluss der Verhandlungen bis 2027 an.

Ukraine und Moldau öffnen zweiten Cluster

Für die Ukraine und Moldau wurde der zweite Verhandlungscluster – „Außenbeziehungen” (Cluster 6) – eröffnet. Es ist der nächste Schritt nach dem Durchbruch im Juni, als Ungarn seine zweijährige Blockade aufgegeben hatte und das erste Cluster („Fundamentals”) geöffnet werden konnte. Beide Länder verhandeln ihren Beitritt weiterhin in getrennten, aber inhaltlich parallelen Verfahren.

Was das für den Euro bedeutet

Alle vier Länder sind noch Jahre von der Gemeinschaftswährung entfernt: Der Euro folgt erst nach der vollen EU-Mitgliedschaft und der Erfüllung der Konvergenzkriterien. Montenegro nutzt den Euro zwar bereits einseitig als Zahlungsmittel, eine offizielle Aufnahme in die Eurozone setzt aber den EU-Beitritt und den geregelten Weg über den Wechselkursmechanismus voraus. Der 14. Juli bringt die vier Länder also zunächst der Mitgliedschaft näher – die Euro-Frage stellt sich erst danach.

Mehr zum Stand der einzelnen Länder auf unseren Seiten zu Montenegro, Albanien, der Ukraine und zu Moldau.

Redaktioneller Beitrag der Richter & Dyballa Verlagsgesellschaft · Mehr zu unserer Arbeitsweise: Über uns.

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