Flagge Malta

Malta und der Euro

Euro eingeführt

Stand Oktober 2026: Malta ist EU-Mitglied seit 2004 und nutzt den Euro seit dem 1. Januar 2008. Damit ist Malta das bevölkerungsärmste Land der Eurozone, die heute 21 Mitglieder zählt. Die Umstellung von der Maltesischen Lira ist abgeschlossen.

EU-Beitritt und Weg zum Euro

Malta trat 2004 der Europäischen Union bei. Als kleiner Inselstaat im Mittelmeer war die Wirtschaft schon vorher stark auf den europäischen Binnenmarkt ausgerichtet – vor allem in Tourismus, Finanzdienstleistungen und Handel. Wie das Land die Euro-Einführung organisierte, zeigt der Abschnitt weiter unten.

WKM II und Konvergenz

Malta trat im Mai 2005 dem Wechselkursmechanismus II bei. Die Maltesische Lira wurde mit einem festen Zentralkurs an den Euro gebunden und blieb über den Beobachtungszeitraum stabil. Der EU-Rat beschloss im Juli 2007 die Euro-Einführung zum 1. Januar 2008, der Umrechnungskurs wurde auf 0,429300 Maltesische Lira je Euro festgelegt.

Bedeutung

Für die stark touristisch geprägte Wirtschaft brachte der Euro praktische Vorteile: Reisende aus der Eurozone mussten keine Währung mehr tauschen, Unternehmen entfiel das Wechselkursrisiko im europäischen Handel. Malta zählt heute zu den kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone.

Maltas Weg zum Euro im Detail

Mit rund 0,4 Millionen Einwohnern war Malta zum Zeitpunkt der Euro-Einführung der kleinste Mitgliedstaat der Eurozone. Die enge Bindung an britische und später europäische Währungsstrukturen reicht bis in die Kolonialzeit zurück und erklärt, warum der Übergang zum Euro trotz offener Fragen beim Schuldenstand am Ende reibungslos gelang.

Von der Pfund-Bindung zur Euro-Bindung

Dem EU-Beitritt ging 2003 ein knappes Referendum voraus: Bei hoher Beteiligung stimmten 53,65 Prozent der Wähler für den Beitritt. Weil die Ja-Stimmen nur rund 48 Prozent aller Wahlberechtigten ausmachten, machte Premierminister Eddie Fenech Adami die endgültige Entscheidung von der folgenden Parlamentswahl abhängig; die Nationalist Party gewann sie im April 2003, und das Parlament ratifizierte den Beitrittsvertrag im Juli 2003. Die Maltesische Lira war bis 1971 fest an das britische Pfund gekoppelt und danach an einen Korb von Reservewährungen gebunden. Im Zuge der Vorbereitung auf den Euro band Malta die Lira am 29. April 2005 ausschließlich an die Gemeinschaftswährung und trat wenige Tage später dem Wechselkursmechanismus II bei, mit einer Bandbreite von 15 Prozent um den Zentralkurs von 0,429300 Lira je Euro.

Das National Euro Changeover Committee

Im Juni 2005 richtete die Regierung unter Premierminister Lawrence Gonzi, der zugleich das Finanzministerium leitete, das National Euro Changeover Committee (NECC) ein. Es koordinierte Öffentlichkeitsarbeit und Strategie für die Umstellung. In Brüssel wurden die maltesischen Vorbereitungen zunächst mit Sorge beobachtet, weil sie spät anliefen – Kampagnen in den Folgejahren zeigten jedoch Wirkung: 2007 fühlten sich laut Umfrage bereits 71 Prozent der Bevölkerung gut bis sehr gut über die neue Währung informiert.

Sparpolitik und die Schuldenstand-Frage

Gonzis Regierung trieb seit 2004 eine Sparpolitik voran, um den öffentlichen Schuldenstand zu senken. Vollständig unter die Maastricht-Grenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kam Malta bis zur Euro-Einführung dennoch nicht. EU-Kommission und EZB machten die Aufnahme daran aber nicht fest, solange der Schuldenstand eine erkennbar sinkende Tendenz zeigte, und forderten Malta zugleich auf, den Konsolidierungskurs fortzusetzen. Dieselbe Flexibilität bei einem formal nicht erfüllten Schuldenkriterium hatte die EU zuvor schon anderen, größeren Mitgliedstaaten zugestanden – für den kleinen Inselstaat war sie dennoch keine Selbstverständlichkeit.

Antrag und Ratsbeschluss 2007

Am 27. Februar 2007 beantragte Malta offiziell den Beitritt zur Eurozone. Die Konvergenzberichte von EU-Kommission und EZB vom 16. Mai 2007 fielen positiv aus, der Ecofin-Rat bestätigte die Empfehlung im Juni 2007 in Luxemburg. Der EU-Rat beschloss daraufhin im Juli 2007 die Euro-Einführung zum 1. Januar 2008 – gemeinsam mit Zypern – und legte den endgültigen Umrechnungskurs auf 0,429300 Lira je Euro fest.

Bargeldumstellung: vier Wochen Doppelumlauf

Ab dem 1. Dezember 2007 gab die Zentralbank Münz-Starterpakete an Bevölkerung und Unternehmen aus. Die neuen Münzen zeigen auf den 1- und 2-Euro-Stücken das Malteserkreuz, auf den mittleren Nominalen das Staatswappen und auf den kleinsten Münzen die prähistorische Tempelanlage von Mnajdra. Euro und Lira zirkulierten ab dem 1. Januar 2008 vier Wochen lang parallel, bis die Lira Ende Januar 2008 endgültig aus dem Zahlungsverkehr verschwand. Nach Angaben der Europäischen Kommission erhielten bereits am 2. Januar 91 Prozent der Kassenvorgänge Wechselgeld ausschließlich in Euro, 90 Prozent der Malteser empfanden die Umstellung als reibungslos. Malta wurde damit – zusammen mit Zypern – 14. beziehungsweise 15. Mitglied der Eurozone. Die jährliche Teuerungsrate stieg zwar von 3,1 Prozent im Dezember 2007 auf 3,8 Prozent im Januar und 4,0 Prozent im Februar 2008, laut Eurostat trug der reine Umstellungseffekt davon aber nur 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte bei – der Rest ging auf allgemein steigende Energie- und Rohstoffpreise zurück.

Defizitverfahren nach der Einführung

Die Finanzkrise traf auch Malta: Im Juli 2009 eröffnete die EU ein Defizitverfahren, weil das Haushaltsdefizit die 3-Prozent-Grenze überschritt. Nach weiteren Empfehlungen beendete der Rat das Verfahren im Februar 2010 mit der Mahnung, die Konsolidierung fortzusetzen.

Zeitleiste

  • 1971: Lira-Bindung an das britische Pfund endet, Bindung an einen Währungskorb
  • 2004 (1. Mai): EU-Beitritt Maltas
  • 2005 (29. April): Lira exklusiv an den Euro gebunden, Beitritt zum Wechselkursmechanismus II
  • 2005 (Juni): Einrichtung des National Euro Changeover Committee
  • 2007 (27. Februar): Malta beantragt die Euro-Einführung
  • 2007 (16. Mai): Konvergenzberichte von EU-Kommission und EZB fallen positiv aus
  • 2007 (Juli): EU-Rat beschließt Euro-Einführung zum 1. Januar 2008, Umrechnungskurs 0,429300 Lira je Euro
  • 2007 (1. Dezember): Ausgabe der Münz-Starterpakete beginnt
  • 2008 (1. Januar): Euro löst Lira ab, Malta wird Mitglied der Eurozone
  • 2008 (Ende Januar): Ende der Doppelumlaufphase
  • 2009 (Juli): EU eröffnet Defizitverfahren gegen Malta
  • 2010 (Februar): Rat beendet das Defizitverfahren
  • 2026 (1. Januar): Eurozone wächst mit Bulgarien auf 21 Mitglieder

Quellen

Euromünzen (seit 2008)

Euromünzen bestehen aus einer einheitlichen europäischen Wertseite und einer national gestalteten Rückseite. Malta trat der Eurozone am 1. Januar 2008 bei. Da Malta über keine eigene Münzprägestätte verfügt, werden die maltesischen Euromünzen in der französischen Prägestätte Monnaie de Paris hergestellt.

Die nationalen Motive gliedern sich in drei Gruppen:

1, 2 und 5 Cent zeigen den Altar des neolithischen Tempels von Mnajdra, der bereits um 3600 v. Chr. errichtet wurde. Das Tempelareal zählt zu den ältesten freistehenden Steinbauwerken der Welt und ist UNESCO-Weltkulturerbe.

10, 20 und 50 Cent tragen das maltesische Staatswappen: ein rot-weiß geteiltes Schild.

1 und 2 Euro zeigen das Wappen des Malteserordens, das historisch eng mit Malta verbunden ist. Der Ritterorden regierte die Insel von 1530 bis 1798; das kreuzförmige Wappen ist im Volksmund als „Malteserkreuz” bekannt und gilt als nationales Symbol.

Alle Münzen tragen den Schriftzug „MALTA” sowie die Jahreszahl. Die Gestaltung stammt von dem maltesischen Künstler Noel Galea Bason.

Euromünze 2 Euro malta – nationale Seite
2 Euro
Euromünze 1 Euro malta – nationale Seite
1 Euro
Euromünze 50 Cent malta – nationale Seite
50 Cent
Euromünze 20 Cent malta – nationale Seite
20 Cent
Euromünze 10 Cent malta – nationale Seite
10 Cent
Euromünze 5 Cent malta – nationale Seite
5 Cent
Euromünze 2 Cent malta – nationale Seite
2 Cent
Euromünze 1 Cent malta – nationale Seite
1 Cent

Stand: 01. Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr · Über uns

Häufige Fragen zu Malta und dem Euro

Hat Malta den Euro?

Ja. Malta hat den Euro am 1. Januar 2008 eingeführt und nutzt ihn als offizielles Zahlungsmittel.

Welche Währung hat Malta?

Die offizielle Währung von Malta ist Euro (zuvor Maltesische Lira).

Ist Malta in der EU?

Malta ist Mitglied der Europäischen Union (seit 2004).

Was zeigen die Euromünzen von Malta?

Die maltesischen Münzen zeigen den prähistorischen Mnajdra-Tempel (Cent), das Staatswappen sowie das Malteserkreuz (Euro).