Bulgarien ist seit dem 1. Januar 2026 das 21. Mitglied der Eurozone. Damit hat das Land seine bisherige Währung, die Lew, abgelöst und den Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Es ist der jüngste Beitritt zur Währungsunion – und der erste seit Kroatien im Jahr 2023.
Der Weg von der Lew zum Euro
Bulgarien gehört seit dem EU-Beitritt 2007 zur Europäischen Union und hatte sich bereits damals völkerrechtlich zur Einführung des Euro verpflichtet. Eine Sonderregelung wie das dänische Opt-out gab es für das Land nie.
Eine entscheidende Vorarbeit war bereits geleistet: Die Lew war seit 1997 über ein Currency Board fest an die D-Mark und später an den Euro gekoppelt – zu einem unveränderlichen Kurs von 1,95583 Lew je Euro. Dieser über Jahrzehnte stabile Wechselkurs erleichterte die spätere Umstellung erheblich.
WKM II und Konvergenz
Im Juli 2020 trat Bulgarien dem Wechselkursmechanismus II bei – der zweijährigen „Wartephase” vor der Euro-Einführung. Gemeinsam mit der Aufnahme in die Bankenunion war dies der formale Startschuss für die Endphase.
Die Konvergenzkriterien zu Preisstabilität, öffentlichen Finanzen, Wechselkursstabilität und langfristigen Zinsen wurden in den Konvergenzberichten von EZB und EU-Kommission 2025 als erfüllt bewertet. Insbesondere die jahrelang hartnäckige Inflation war zuletzt nachhaltig in den Zielkorridor gesunken. Am 8. Juli 2025 gaben das Europäische Parlament und der Rat der EU grünes Licht für die Aufnahme.
Umstellung im Alltag
Der Umtauschkurs blieb mit 1,95583 Lew je Euro der bekannte Currency-Board-Kurs. In einer mehrwöchigen Übergangsphase zum Jahreswechsel 2025/2026 konnten Bürgerinnen und Bürger in beiden Währungen zahlen; Preise wurden über Monate doppelt ausgezeichnet, um Verbraucher vor versteckten Preiserhöhungen zu schützen.
Bedeutung
Mit dem Beitritt nutzen erstmals 21 der 27 EU-Staaten die gemeinsame Währung. Für Bulgarien bedeutet der Euro vor allem niedrigere Transaktionskosten, mehr Investitionssicherheit und die volle Teilhabe an den geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank.
Euromünzen (seit 2026)
Mit der Euro-Einführung am 1. Januar 2026 hat Bulgarien eigene nationale Münzseiten erhalten. Wie bei allen Euro-Ländern ist die Wertseite europaweit einheitlich, während die Rückseite („nationale Seite”) von jedem Mitgliedstaat selbst gestaltet wird.
Die Motive
Bulgarien greift Motive auf, die für die nationale Identität und Geschichte stehen:
- 1 bis 50 Cent: der Madara-Reiter – ein in Fels gehauenes Reliefbild aus dem 8. Jahrhundert und UNESCO-Weltkulturerbe. Alle sechs Cent-Stückelungen zeigen dasselbe Motiv.
- 1 Euro: der heilige Iwan von Rila (Iwan Rilski), Schutzpatron Bulgariens, dargestellt mit Kreuz und Schriftrolle.
- 2 Euro: der heilige Paisi von Hilandar, Wegbereiter der bulgarischen Wiedergeburt. Auf dem Münzrand steht in kyrillischer Schrift „БОЖЕ ПАЗИ БЪЛГАРИЯ” – „Gott schütze Bulgarien”.
Auf allen Münzen erscheinen der Landesname БЪЛГАРИЯ in kyrillischer Schrift sowie die zwölf Europasterne. Mit Bulgariens Beitritt ist das Kyrillische als dritte offizielle EU-Schrift auch auf den Euro-Geldscheinen präsent.
Einordnung
Als jüngstes Mitglied der Eurozone steht Bulgarien für die fortlaufende Erweiterung der gemeinsamen Währung. Die Münzen sind im gesamten Euroraum gültiges Zahlungsmittel – ebenso wie die Münzen aller anderen Euro-Länder in Bulgarien.








Stand: 17. Juni 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr · Über uns
Häufige Fragen zu Bulgarien und dem Euro
Hat Bulgarien den Euro?
Ja. Bulgarien hat den Euro am 1. Januar 2026 eingeführt und nutzt ihn als offizielles Zahlungsmittel.
Welche Währung hat Bulgarien?
Die offizielle Währung von Bulgarien ist Euro (zuvor Lew).
Ist Bulgarien in der EU?
Bulgarien ist Mitglied der Europäischen Union (seit 2007).
Was zeigen die Euromünzen von Bulgarien?
Alle Cent-Münzen zeigen den Madara-Reiter (UNESCO-Welterbe), die 1-Euro-Münze den heiligen Iwan von Rila und die 2-Euro-Münze den heiligen Paisi von Hilandar. Der Landesname „БЪЛГАРИЯ" steht in kyrillischer Schrift.