Flagge Island

Island und der Euro

Beitrittskandidat

Islands Weg in Richtung EU ist vorerst gestoppt: Im Referendum vom 29. August 2026 sprachen sich 52,8 Prozent gegen eine Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche aus, 47,2 Prozent dafür (Beteiligung 82,5 Prozent). Regierungschefin Kristrún Frostadóttir hält sich an das Votum – in dieser Legislaturperiode wird nicht weiter verhandelt. Island bleibt damit Nicht-EU-Mitglied mit der Isländischen Krone als Währung.

Geschichte des Beitrittsantrags

Die Finanzkrise von 2008 löste eine politische Debatte über eine EU-Mitgliedschaft aus. Island stellte im Juli 2009 einen Beitrittsantrag, woraufhin die EU-Kommission 2010 die Aufnahme von Verhandlungen empfahl. Zwischen 2010 und 2013 wurde verhandelt, bevor die neue Regierung nach den Wahlen 2013 den Prozess einfror; im März 2015 zog Island seinen Antrag formell zurück.

Das Referendum 2026

Die seit Ende 2024 amtierende Regierung hatte ein Referendum über die Wiederaufnahme der Gespräche zugesagt; das Althing billigte die Abstimmung am 28. Mai 2026. Am 29. August 2026 entschieden sich die Wählerinnen und Wähler mit knapper, aber klarer Mehrheit gegen neue Verhandlungen. Nur die Hauptstadtregion Reykjavík stimmte mehrheitlich mit Ja. Als wichtigster Grund für das Nein gilt die Sorge um die nationale Kontrolle über die Fischerei, Islands wichtigsten Exportsektor.

Islands Verhältnis zur EU

Obwohl kein EU-Mitglied, ist Island über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng mit der EU verbunden: Es nimmt am Binnenmarkt teil, übernimmt große Teile des EU-Rechtsbestands und ist Mitglied des Schengen-Raums. Diese enge Integration macht eine formelle EU-Mitgliedschaft für viele Isländer weniger dringend.

Und der Euro?

Da Island kein EU-Mitglied ist, stellt sich die Frage der Euro-Einführung formal nicht. Die Isländische Krone bleibt Landeswährung. Im Gegensatz zu einem EU-Mitglied kann Island nicht an den Konvergenzkriterien oder dem Wechselkursmechanismus II teilnehmen.

Einordnung

Das Nein vom 29. August 2026 beendet die Beitrittsfrage nicht endgültig, verschiebt sie aber auf unbestimmte Zeit: Entschieden wurde nicht über einen Beitritt, sondern darüber, ob überhaupt wieder verhandelt wird. Bis auf Weiteres bleibt Island EWR- und Schengen-Mitglied mit der Isländischen Krone als Währung – eine Euro-Einführung setzt zunächst einen EU-Beitritt voraus.

Künftige Euromünzen

Zur konkreten Gestaltung künftiger Euromünzen dieses Landes ist bislang nichts bekannt – die nationalen Münzmotive werden erst im Zuge eines Euro-Beitritts festgelegt.

Stand: 29. August 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr · Über uns

Häufige Fragen zu Island und dem Euro

Hat Island den Euro?

Nein. Island hat den Euro bisher nicht eingeführt. Die aktuelle Währung ist Isländische Krone.

Welche Währung hat Island?

Die offizielle Währung von Island ist Isländische Krone.

Ist Island in der EU?

Island gilt als potenzieller Beitrittskandidat der Europäischen Union.

Wann kann Island den Euro einführen?

Eine Euro-Einführung setzt zunächst die EU-Mitgliedschaft voraus. Island müsste anschließend die Konvergenzkriterien erfüllen und mindestens zwei Jahre am Wechselkursmechanismus II teilnehmen.