EZB-Konvergenzbericht 2026: Keines der fünf Kandidatenländer erfüllt die Kriterien
EZB zieht Bilanz: Kein neues Mitglied in Sicht
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 24. Juni 2026 ihren regulären Konvergenzbericht veröffentlicht – die alle zwei Jahre erscheinende Bestandsaufnahme für jene EU-Mitgliedstaaten, die den Euro noch nicht eingeführt haben. Das Fazit fällt eindeutig aus: Keines der fünf geprüften Länder – Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden – erfüllt derzeit die Voraussetzungen für einen Eurobeitritt.
Laut dem Bericht zeigen die betrachteten Volkswirtschaften zwar wirtschaftliche Resilienz gegenüber externen Schocks. Die Konvergenzdefizite betreffen jedoch neben den makroökonomischen Kriterien teilweise auch die nationale Gesetzgebung, die noch nicht vollständig mit den EU-Verträgen in Einklang gebracht wurde.
Preisstabilität und Haushaltslage als Haupthürden
Beim Kriterium der Preisstabilität hatten zuletzt mehrere Länder Probleme: Der Zwölf-Monats-Durchschnitt der Inflationsrate lag in den meisten Kandidatenländern über dem zulässigen Referenzwert. Hinzu kommen bei einzelnen Ländern anhaltend hohe Haushaltsdefizite, die das Maastricht-Kriterium von drei Prozent des BIP überschreiten.
Der Bericht ist eine Pflichtprüfung gemäß Artikel 140 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU (AEUV). Dänemark nimmt an dieser Beurteilung nicht teil, da das Land eine vertraglich vereinbarte Ausnahmeregelung (Opt-out) besitzt und keinen Antrag auf Beitritt gestellt hat.
Nächster regulärer Bericht 2028
Nach dem aktuellen Turnus ist der nächste reguläre EZB-Konvergenzbericht für 2028 vorgesehen. Einzelne Länder können jedoch jederzeit einen eigenständigen Antrag stellen und einen außerordentlichen Bericht anfordern. Mit Bulgariens Eurobeitritt Anfang 2026 zählt die Eurozone nunmehr 21 Mitglieder – ein weiterer Zuwachs ist nach Einschätzung der EZB kurzfristig nicht zu erwarten.
Hinweis: Dies ist ein nicht-amtliches Informationsportal. Primärquelle ist der offizielle EZB-Konvergenzbericht vom 24. Juni 2026.
Redaktioneller Beitrag der Richter & Dyballa Verlagsgesellschaft · Mehr zu unserer Arbeitsweise: Über uns.
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