Flagge Kroatien

Kroatien und der Euro

Euro eingeführt

Stand Oktober 2026: Kroatien nutzt seit dem 1. Januar 2023 den Euro und ist seither Mitglied der Eurozone. Zeitgleich trat das Land dem Schengen-Raum bei – ein doppelter Integrationsschritt rund zehn Jahre nach dem EU-Beitritt. Fast vier Jahre nach der Umstellung gilt die Einführung als technisch reibungslos verlaufen; Studien finden auf aggregierter Ebene kaum Belege für einen spürbaren Euro-Effekt auf die Inflation, auch wenn einzelne Händler 2023 wegen unlauterer Preiserhöhungen Bußgelder zahlen mussten.

Vom EU-Beitritt zum Euro-Land

Kroatien wurde 2013 Mitglied der Europäischen Union – als bisher letztes Land, das der Union beigetreten ist. Wie alle nach 1999 beigetretenen Staaten war es vertraglich zur späteren Euro-Einführung verpflichtet, ohne die Möglichkeit eines dauerhaften Opt-outs.

WKM II und Konvergenz

Am 10. Juli 2020 trat Kroatien gemeinsam mit Bulgarien dem Wechselkursmechanismus II bei. Die Kuna wurde an den Euro gekoppelt und blieb innerhalb der vorgesehenen Schwankungsbreite stabil.

Die Konvergenzkriterien erfüllte Kroatien fristgerecht: Im Konvergenzbericht vom 1. Juni 2022 bestätigten EZB und EU-Kommission, dass Inflation, Haushaltslage, Wechselkursstabilität und Zinsniveau im zulässigen Rahmen lagen. Am 12. Juli 2022 beschloss der EU-Rat die Einführung zum Jahresbeginn 2023.

Umstellung

Der Umtausch erfolgte zum festgelegten Kurs von 7,53450 Kuna je Euro. Eine Phase der doppelten Preisauszeichnung sowie der parallele Umlauf beider Währungen zu Jahresbeginn 2023 sorgten für einen geordneten Übergang.

Kroatiens Weg zum Euro im Detail

Beitrittsverhandlungen und das Verhältnis zu Slowenien

Kroatien unterzeichnete 2001 das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU – ein Vertrag, der wirtschaftliche und politische Reformen im Gegenzug für eine Annäherung an die Union vorsah. Am 21. Februar 2003 stellte Kroatien den Mitgliedschaftsantrag, am 18. Juni 2004 verlieh ihm der Rat den Status eines Beitrittskandidaten. Der ursprünglich für März 2005 geplante Verhandlungsbeginn wurde verschoben, weil die EU die Kooperation Zagrebs mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) als unzureichend einstufte – insbesondere die Auslieferung des gesuchten Generals Ante Gotovina war zu diesem Zeitpunkt noch offen. Die Beitrittsverhandlungen begannen schließlich am 3. Oktober 2005 und zogen sich über knapp acht Jahre hin. Von 2008 bis 2009 blockierte das Nachbarland Slowenien rund zehn Monate lang die Öffnung mehrerer Verhandlungskapitel wegen eines ungeklärten Grenzstreits um Hoheitsgewässer in der nördlichen Adria. Erst ein zwischenstaatliches Schiedsabkommen löste die Blockade 2009 und machte den Weg für die weiteren Verhandlungen frei, die 2011 abgeschlossen werden konnten.

Beitrittsvertrag und Referendum

Im Dezember 2011 unterzeichnete Kroatien den Beitrittsvertrag mit der EU. Im Januar 2012 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mit rund 66 % der Stimmen für den EU-Beitritt, und am 1. Juli 2013 wurde Kroatien als Mitgliedstaat aufgenommen.

Vom WKM II zum Ratsbeschluss

Kroatiens Wirtschaft war beim EU-Beitritt bereits stark „euroisiert“: Ein Großteil der Spareinlagen und Kredite lautete schon vor der Euro-Einführung auf die Gemeinschaftswährung, und der für das Land zentrale Tourismussektor rechnete überwiegend in Euro ab. Am 10. Juli 2020 trat Kroatien gemeinsam mit Bulgarien dem WKM II bei, zu einem Leitkurs von 7,53450 Kuna je Euro mit der üblichen Schwankungsbreite von ±15 %. Dieser Leitkurs blieb über die gesamte zweijährige Beobachtungsphase stabil und wurde später unverändert als endgültiger Umrechnungskurs übernommen. Notenbankgouverneur Boris Vujčić warb wiederholt dafür, den Euro so früh wie möglich einzuführen – gerade für eine kleine, offene Volkswirtschaft sei die Mitgliedschaft in der Währungsunion in Krisenzeiten von Vorteil. Ministerpräsident Andrej Plenković hatte bereits im Herbst 2017 eine Euro-Einführung binnen sieben bis acht Jahren in Aussicht gestellt; mit dem Konvergenzbericht von EZB und Kommission vom 1. Juni 2022 und dem Ratsbeschluss vom 12. Juli 2022 wurde daraus ein verbindlicher Termin zum 1. Januar 2023 – rund ein Jahr früher als ursprünglich skizziert.

Doppelter Umstieg: Euro und Schengen

Am 1. Januar 2023 vollzog Kroatien zwei Integrationsschritte gleichzeitig: die Euro-Einführung als Bargeld zum festgelegten Kurs von 7,53450 Kuna je Euro und den Beitritt zum Schengen-Raum. Der Rat der EU hatte die vollständige Anwendung des Schengen-Besitzstands bereits am 8. Dezember 2022 beschlossen. Personenkontrollen an den Land- und Seegrenzen zu anderen Schengen-Staaten entfielen zum 1. Januar 2023, an den Luftgrenzen – angepasst an den IATA-Flugplanwechsel – erst zum 26. März 2023. Eine Phase der doppelten Preisauszeichnung und der parallele Umlauf beider Währungen zu Jahresbeginn sorgten für einen geordneten Übergang bei der Währungsumstellung. Für die stark vom Tourismus geprägte Wirtschaft entfielen damit Wechselkursrisiken und Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten innerhalb weniger Monate.

Erfahrungen nach der Einführung

2023 verzeichnete Kroatien mit 10,8 % eine der höchsten Inflationsraten der EU. Die kroatische Regierung und Verbraucherschützer machten dafür auch unlautere Preiserhöhungen einzelner Händler im Umfeld der Euro-Einführung verantwortlich: Nach Regierungsangaben erhöhten rund 40 % der kontrollierten Unternehmen ihre Preise ungerechtfertigt, Bußgelder in Höhe von insgesamt 234.000 Euro wurden verhängt. Ministerpräsident Plenković bezeichnete Preiserhöhungen unter dem Deckmantel der Euro-Einführung öffentlich als unlautere Praxis, die nicht toleriert werde. Analysen der kroatischen Notenbank und der EZB kamen dagegen zu dem Schluss, dass sich auf Ebene der Gesamtinflation kaum ein eigenständiger Euro-Effekt nachweisen lässt – der größte Teil des Preisanstiegs ging auf die allgemeine Teuerung in Europa in dieser Zeit zurück, nicht auf die Währungsumstellung selbst.

Zeitleiste

  • 2001: Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der EU.
  • 2003 (21. Februar): Kroatien stellt den EU-Mitgliedschaftsantrag.
  • 2004 (18. Juni): Kroatien erhält den Status eines Beitrittskandidaten.
  • 2005 (3. Oktober): Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen, nach Verzögerung wegen der ICTY-Kooperation.
  • 2008–2009: Slowenien blockiert rund zehn Monate lang mehrere Verhandlungskapitel wegen des Grenzstreits.
  • 2009: Schiedsabkommen mit Slowenien löst die Blockade.
  • 2011 (Dezember): Unterzeichnung des EU-Beitrittsvertrags.
  • 2012 (Januar): Referendum, rund 66 % stimmen für den EU-Beitritt.
  • 2013 (1. Juli): EU-Beitritt Kroatiens.
  • 2020 (10. Juli): Beitritt zum Wechselkursmechanismus II, gemeinsam mit Bulgarien.
  • 2022 (1. Juni): Konvergenzbericht von EZB und Kommission bestätigt Erfüllung der Kriterien.
  • 2022 (12. Juli): Ratsbeschluss zur Euro-Einführung zum 1. Januar 2023.
  • 2023 (1. Januar): Gleichzeitige Euro- und Schengen-Einführung.
  • 2023: Inflation von 10,8 %, Bußgelder gegen Unternehmen wegen unlauterer Preiserhöhungen.

Quellen

Euromünzen (seit 2023)

Euromünzen verbinden eine einheitliche europäische Wertseite mit einer national gestalteten Rückseite. Kroatien trat der Eurozone am 1. Januar 2023 bei und ist das bislang jüngste Mitglied der Währungsunion. Die vier unterschiedlichen nationalen Motive verteilen sich auf die acht Stückelungen und reflektieren zentrale Themen der kroatischen Identität.

1, 2 und 5 Cent zeigen die Buchstaben HR in glagolitischer Schrift. Die Glagoliza ist das älteste slawische Alphabet, im 9. Jahrhundert von Kyrill und Method entwickelt, und gilt in Kroatien als nationales Kultursymbol.

10, 20 und 50 Cent sind dem Erfinder und Ingenieur Nikola Tesla (1856–1943) gewidmet, dem wohl bekanntesten Sohn Kroatiens weltweit. Tesla steht für die wissenschaftliche und technologische Innovationskraft des Landes.

1 Euro zeigt einen Marder (kuna), der an die frühere kroatische Währung Kuna erinnert – das Wort bedeutet wörtlich „Marder”.

2 Euro trägt den Umriss der kroatischen Landkarte mit der charakteristischen buchtenreichen Adriaküste und den vorgelagerten Inseln.

Sämtliche Münzen tragen als verbindendes Element das rot-weiße Schachbrettmuster, das zentrale Symbol des kroatischen Wappens, sowie den Landesnamen „HRVATSKA”.

Euromünze 2 Euro kroatien – nationale Seite
2 Euro
Euromünze 1 Euro kroatien – nationale Seite
1 Euro
Euromünze 50 Cent kroatien – nationale Seite
50 Cent
Euromünze 20 Cent kroatien – nationale Seite
20 Cent
Euromünze 10 Cent kroatien – nationale Seite
10 Cent
Euromünze 5 Cent kroatien – nationale Seite
5 Cent
Euromünze 2 Cent kroatien – nationale Seite
2 Cent
Euromünze 1 Cent kroatien – nationale Seite
1 Cent

Stand: 01. Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr · Über uns

Häufige Fragen zu Kroatien und dem Euro

Hat Kroatien den Euro?

Ja. Kroatien hat den Euro am 1. Januar 2023 eingeführt und nutzt ihn als offizielles Zahlungsmittel.

Welche Währung hat Kroatien?

Die offizielle Währung von Kroatien ist Euro (zuvor Kuna).

Ist Kroatien in der EU?

Kroatien ist Mitglied der Europäischen Union (seit 2013).

Was zeigen die Euromünzen von Kroatien?

Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen zeigen das kroatische Kürzel „HR" in glagolitischer Schrift, die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen den Erfinder Nikola Tesla, die 1-Euro-Münze einen Marder (kuna) und die 2-Euro-Münze die Landkarte Kroatiens mit Schachbrettmuster.