Großbritannien

Euro-Einführung in Großbritannien

Kurz und kompakt:

Die Regierung in Großbritannien hat sich nach Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden dazu entschlossen, dass für 2006 angedachte Referendum über den Beitritt zur Eurozone auf Grund der negativen Grundstimmung abzusagen.

Mit der Festsetzung eines neuen Termins ist erst dann wieder zu rechnen, wenn das Land neben einem wirtschaftlichen Nutzen auch eine mehrheitliche Unterstützung der Bevölkerung erwarten kann. Anfang des Jahres 2012 äußerte der Premier David Cameron während des Weltwirtschaftsforums in Davos scharfe Kritik an der EU. Da eine Umfrage zur gleichen Zeit ergab, dass sogar rund 40 Prozent der Briten für einen EU-Austritt sind, geht man davon aus, dass die euroskeptischen Briten auch in den kommenden Jahren an ihrem Pfund festhalten werden.

Im Jahr 2016 kam es dann zur Abstimmung der Briten über den Verbleib in der Europäischen Union, bei der sich 52% gegen den Verbleib aussprachen. Dementsprechend wird das Land die Europäische Union verlassen und eine Einführung der Gemeinschaftswährung nicht mehr möglich sein.

Ausführliche Informationen:

Das Vereinigte Königreich hat genau wie Dänemark die Möglichkeit, auch in Zukunft an seiner nationalen Währung festzuhalten.

Die Option zur Euroeinführung hält man sich jedoch offen, sobald das Land fünf vom damaliger Finanzminister Gordon Brown festgesetzte ökonomische Ziele erreichen könne.

Mit deren Hilfe sollen ungeachtet von Regierung und Bevölkerung alle Aspekte einer Einführung von der Stabilität der Immobilienmärkte und Zinssätze bis hin zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und Finanzplatz London untersucht werden.

Brown erklärte jedoch bereits am 9. Juni 2003 gegenüber dem Unterhaus, dass sein Land derzeit lediglich eine dieser Bedingungen erfüllen würde und die Zeit somit noch nicht reif sei.

Doch selbst wenn alle Voraussetzungen für die Einführung der Gemeinschaftswährung erfüllt werden könnten, so wäre die wohl schwerste Hürde einer Volksabstimmung noch zu nehmen.

Sowohl die Wirtschaft als auch die Gewerkschaften im Land sind beim Thema Euro gespalten. Innerhalb der Bevölkerung lehnt eine klare Mehrheit von über 65 Prozent den Euro ab.

Der neu gewählte Regierungschef David Cameron gilt als Euro-Gegner. Ein weiteres Referendum unter seiner Regierung ist vorerst nicht zu erwarten.

Auch wenn die Wirtschaft in Großbritannien in den vergangenen Jahren kriselte, konnten in der letzten Zeit hohe Einnahmen in einigen Wirtschaftsbereichen verzeichnet werden.

Auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar 2013 übte David Cameron gegenüber der EU harte Kritik aus und erklärte in seiner Rede, dass er eine Euroeinführung in Großbritannien für ausgeschlossen hält, da die britische Bevölkerung dem Euro sehr skeptisch gegenüber steht.

Nachdem in den vergangenen Jahren nicht mit einem weiteren Referendum gerechnet wurde, änderten sich die Vorzeichen ab dem Jahr 2015. Im Dezember 2015 wurde das von David Cameron nach der Unterhauswahl eingebrachte Gesetz über ein künftiges EU-Referendum verabschiedet.

Am 23. Juni 2016 wurde im Vereinigten Königreich über den EU-Verbleib abgestimmt. Bei einer Wahlbeteiligung von 72,2%, sprachen sich 51,9% für einen Austritt aus der Europäischen Union aus.

Am 29. März 2017 leitete die britische Premierministerin Theresa May den Austrittsprozess durch eine schriftliche Mitteilung an den Europäischen Rat ein.

Nach Angaben der britischen Regierung wäre der Austritt dementsprechend am 29. März 2019, nach einer 2-jährigen Übergangszeit, rechtskräftig. Darüber hinaus soll das Land während einer Übergangsphase bis 2021 weiterhin Beiträge an die EU zahlen, jedoch keinerlei Mitspracherecht in den EU-Gremien haben.

Seit dem EU-Referendum mehren sich die Stimmen für einen Verbleib und ein neues Referendum. Es bleibt abzuwarten welche weitere Entwicklung das Thema und der bevorstehende EU-Austritt in Großbritannien annimmt. Sollte der Austritt im Jahr 2019 rechtskräftig werden, wird in Großbritannien der Euro zu keiner Zeit mehr offizielles Zahlungsmittel werden.

Länderinfos
Hauptstadt: London
Amtssprache: Englisch
Fläche: 224.820 km²
Einwohnerzahl: 60.776.238
Währung: Britisches Pfund

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